Reisebericht Juli 2015

Letzten Montag sind Eve, Renate  und ich wieder mal in Rumänien gelandet, um unsere Tierschützerin Magda Radu dort vor Ort zu unterstützen und um alle unsere Seelchen sehen und knuddeln zu können. Für mich war es das fünfte Mal in diesem Jahr und das schrecklichste seit langer Zeit.

Vom Flughafen soll es erstmal zu unserer Magda nach Hause gehen, damit wir uns umziehen können, leider kam da ein Anruf wegen eines Notfalls auf der Arbeitsstelle von ihrem Mann Florin und er musste sofort losfahren, so das wir nicht ins MAP (unser privates Tierheim) fahren konnten - denn zur Zeit haben sie nur ein Auto und der Weg ins Tierheim ist einfach zu weit um dort hin laufen zu können und wieder zurück „frown“-Emoticon

Da aber auch bei Magda zu Hause einige ihrer eigenen Tiere und auch Notfälle ständig sind, konnten wir auch dort was tun und es fing mit einem ganz kleinen Winzling an, der eigentlich schon fast auf der anderen Seite war. Der kleine Mann war bis dato der einzige Überlebende von 11 Welpen, alle anderen sind schon vor ihm gegangen - nach und nach - keiner konnte es verhindern. Auch dieser kleine Mann sollte in der darauffolgenden Nacht sterben. Da er Parvo hatte, ist die Ansteckungsgefahr sehr gross und wir konnten ihn nicht beschmusen und ihm NÄhe geben, nur Magda, weil sie spezielle Sachen anzog um für ihn da zu sein und danach komplett in die Desinfizierung gegangen ist - es ist so hart einen so kleinen Körper zu sehen, der so schwach ist und man kann ihn nicht nehmen und einfach bei sich behalten - der erste Schmerz saß also schonmal !!

Wir haben an diesem ersten Abend unsere Pläne gemacht, welche Fotos wir brauchen, was wir an Arbeit dringend erledigen müssen in MAP - ja unsere theoretischen Pläne waren echt perfekt !!!!!

Wir gingen spät schlafen, standen früh auf und hatten die Gewissheit, das unser kleiner Mann nebenan die Nacht nicht überstanden hatte „frown“-Emoticon Voller Vorfreude fuhren wir ins Shelter und für mich persönlich ist es immer ein Gefühl des zu Hause sein - des Willkommen sein von ganzem Herzen und des Akzeptiert werden wie man ist - es ist dort eine andere Welt, aber eine in der ich gerne lebe, voller Schmerz, aber auch mit so viel Liebe - ich kann es nicht erklären, aber mich zerreisst es jetzt schon wieder nur darüber zu schreiben und nicht dort sein zu können !! Im ersten Rundgang konnten wir dann sehen, wovon Magda schon gesprochen hatte, das es so viele gibt die krank sind - so viele in einem schlechten Zustand - ZU VIELE !!!!

Eve entdeckte einen Welpen der nur noch gelegen hat im Rudel, teilweise derbe Zuckungen bekommen hat, so das sie die Maus sofort in den Klinik Raum gebracht hat. Sie wurde versorgt und erstmal separiert - auch sie sollte den anderen Tag nicht mehr erleben „frown“-Emoticon Wir fingen an die Hunde alle nach und nach zu versorgen - Zwinger zu desinfizieren und einen Überblick zu bekommen. Wir setzten Hunde um, um die Gehege über Nacht mit Desinfektionsmittel einwirken lassen zu können. Schmusten auch mit den kleinen Mäusen, die jede Streicheleinheit so genossen haben - um Aufmerksamkeit gebuhlt haben und wenn du einen gestreichelt hast, haben die anderen versucht die dritte und vierte Hand zu erwischen, die uns einfach gefehlt hat. Selbst die in einem so beschissenen Zustand waren, kraftlos und einfach nur noch müde - wedelten mit ihren Schwänzchen und zeigten Freude. Es tut so weh, nicht alle so versorgen zu können, wie man es zu Hause machen würde - immer bei ihnen sein zu können, sie mit Zärtlichkeiten zu versorgen, das die Seele einfach glücklich sein kann !! Wir haben unser Bestes gegeben und in erster Linie auf viel Hygiene geachtet - trotzdem wurden immer mehr Hunde krank und mussten versorgt werden. Der Tag war zu kurz und wir hatten alle das GEfühl, nicht das geschafft zu haben, was wir hätten machen müssen - die Zeit ist so gemein dort und sie reicht einfach nicht aus für all das „frown“-Emoticon

Wir sind abends dann noch mit den eigenen Hunden von Magda und Florin in den Wald gefahren, es hat so gut getan einfach glückliche Hunde zu sehen, die laufen und toben und ins Wasser springen - so normal - fast wie bei uns zu Hause - diesmal war es unsere Seele die genau das brauchte !! Auch diesmal war die Nacht sehr kurz und der Kopf so voll.

Bevor wir dann Mittwoch ins MAP gefahren sind, haben wir eingekauft für unsere Seelchen - Hühnchen - Reis - Kartoffeln und Hüttenkäse. Unsere Reni hat dann angefangen zu kochen und wir sind sofort wieder zu denen die echt mies dran waren und haben angefangen zu säubern - den Durchfall wegzumachen - zu desinfizieren - neue Decken rein und alte ins Feuer - das Trockenfutter raus und überall frisches Wasser rein. Sie sollten heute und die restliche Zeit unseres Aufenthalts nur noch Schonkost bekommen, sie sollten einfach eine kurze Zeit all das bekommen, was sie wirklich brauchen und verdammt nochmal verdiente haben. Sie waren so dankbar und einfach so lieb - sie zauberten uns trotz alledem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht - danach stand uns dann meist wieder das Pipi inne Augen - ich kanns nicht beschreiben, es ist ein Zerreissen von all dem was zu zerreisen geht !!!! Bei unseren Babies gab es wieder Verschlechterungen - bei anderen schien es besser - zumindest ein wenig, aber wir fanden auch wieder einen toten Hund, einen erwachsenen Hund, der gestern noch in keinster Weise auffällig war. Es war nicht der einzige Todesfall heute - es ist so erschreckend und die Hilflosigkeit ist einfach nur sowas von beschissen, man ist wütend und möchte einfach losschreien !! Wir haben an diesem Tag so viel gearbeitet - egal wo wir Durchfall gesehen haben - sind wir wie die Furien rein und haben es sofort weggemacht - gegen die vielen Fliegen hatten wir kaum eine Chance - aber an diversen Sonnenschutzmöglichkeiten haben wir auch noch gearbeitet. Zwischendurch haben wir versucht, auch noch Zeit für Streicheleinheiten zu finden, aber damussten wir immer darauf achten, das wir uns danach auch wieder desinfizieren, bevor zu anderen Hunden geht. An diesem Tag sind drei Hunde gestorben und keiner weiss genau warum. Einer dieser Seelchen hatte die Briefmarke für Deutschland schon auf dem Hintern - seine Pflegestelle hätte ihn im August liebevoll in die Arme nehmen können. Grade mal 5-6 Monate alt durfte er werden - letzte Woche noch keinerlei Anzeichen - Dienstag auch kaum - Mittwoch schon tot - sowas zu lesen - dies zu verfolgen ist für viele schon ziemlich hart - aber es zu erleben - diese kleine Körper an sich zu nehmen, damit sie noch fühlen können, das sie jemanden wichtig sind - ihnen zu versprechen, das alles gut wird und sie dann tot aufzufinden ist teilweise unerträglich, das aber auch noch mehrfach an einem Tag ist schlimmer als die Hölle !!! Wir kamen an diesem Tag nicht an unsere Grenzen - sondern sind darüber hinaus in den Teil der Unmenschlich ist !!

Auch in dieser Nacht haben wir kaum geschlafen, denn wie kann man schlafen, wenn man durch die Hölle geht ???

Unser letzter Tag brach an und wir sind wieder vorher einkaufen gegangen um noch für den nächsten Tag vorzukochen, wenn wir nimmer da sind. Wir hatten das Gefühl, das es bei einigen wieder etwas besser geworden ist und leider bei andren wieder schlimmer. Es gab wieder welche die es nicht geschafft hatten und wir hatten das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen oder gegen einen unsichtbaren Gegner. Denn die Anzeichen waren teilweise so unterschiedlich bei den Hunden. Einige starben einfach so und schnell und andere sahen so schlecht aus, liessen sich aber behandeln. Auch der Tierarzt kam heute wieder und hat unterstützend geholfen - Serum mitgebracht für einige der ganz kranken, um das Immunsystem zu stärken. Leider war auch das für einige nicht mehr das, was sie retten konnte. Sich hinsetzen und heulen, vor lauter Verzweiflung und Hilflosigkeit war nicht drin, denn es sind so viele die dich dort brauchen und Magda muss dies schon seit einiger Zeit so ertragen OHNE Hilfe - also müssen wir nun auch stark sein und funktionieren - wir müssen helfen. Eve und mir ist bald die Haut abgefallen, wir waren so Paranoid,das wir mit jedem Gang in einen neuen Zwinger Schuhe - Füsse - HÄnde desinfiziert haben und uns komplett mit allem noch abgesprüht haben - wir haben jedem aneren verboten diese Zwinger zu betreten - weil wir keinen drin haben wollten, der was hätte rein schleppen können !!! Dies alles zu tun, war bestimmt gut, aber die Erkenntnis, das dies nur möglich ist, weil drei Helfer mehr dort sind - ist hart ! Wir konnten ihnen mehr helfen als sonst, weil wir die Zeit hatten dies zu tun - aber es ist nicht mehr möglich, wenn Magda allein ist dort mit dem Arbeiter. Sie geben sich so viel Mühe dort und versuchen alles, was möglich ist und geht.

Keiner von uns wollte nach Hause, der Gedanke das wir am andren Morgen ganz früh im Flieger sitzen war für uns unerträglich, so das ich geschaut habe, ob wir nicht eine Woche später fliegen können. Leider wäre das zu teuer geworden - für uns nicht finanzierbar „frown“-Emoticon Ich habe abends noch geschaut, ob wir nicht ne Woche später wieder fliegen können , um zu helfen - um unseren Seelchen mehr Zeit zu geben - aber auch das ist zu teuer und nicht finanzierbar. Wir mussten uns von unseren Seelchen verabschieden - mit dem Wissen, das wir sie eventuell nicht wieder sehen, weil sie es auch nicht schaffen könnten. Die Steine der Gestorbenen Seelchen liegen dort und wir haben es nicht geschafft den anderen Toten auch einen Stein hinzulegen - wir haben so viel nicht geschafft von unseren so tollen theoretischen Plänen - so viel nicht gemacht, was uns dann im Kopf rumschwirrte „frown“-Emoticon

Ich kann euch nicht sagen, wieviele jetzt schon tot sind - wieviele noch sterben werden. Ich kann nur sagen, das ich hoffe, das es bald aufhört und wir wieder eine Chance haben, diesen Seelchen zu helfen, ein Leben führen zu dürfen, was sie verdient haben.

In dieses Land zu kommen ist für mich persönlich ein nach Hause kommen - ich liebe es dort zu sein und es zu verlassen ist für mich immer schmerzhaft - allerdings in der Situation jetzt ist es unertäglich, da ich weiss - jetzt kann ich nichts mehr tun !!! Ich bin mit Magda immer in Kontakt - höre wer es geschafft hat und wer nicht. Meine Seelchen, die ich gestreichelt habe und jedem einzelnen einen Kuss auf die Nase gedrückt habe - sind dort und ich bin hier - kaum einer kann sich vorstellen, wie ich mich fühle und was ich mir wünschte „frown“-Emoticon

Meine Arbeit geht nun hier weiter - ich muss gucken, das wir helfen können Medikamente zu besorgen - alles was sie brauchen, um diesen Nasen helfen zu können !!

Ich hatte keine Zeit zu trauern und habe das auch jetzt nicht - es muss weiter gehen, denn wir wollen weiter aktiv da sein !!

Ich danke allen die uns dabei unterstüzten und uns den Rücken immer stärken !!

Eure Britta


Reise April 2015

Vor Ostern ging es wieder auf nach Rumänien und diesmal kam unser Eve, Reni und mein kleiner Sohn Phillip mit. Da mein Sohn mit Hunden aufgewachsen ist, wollte ich zeigen, das auch die grossen Hunde in unserem rumänischen Tierheim ganz liebe Seelchen sind, vor denen keiner Angst haben muss. Phillip war zwar schon manchmal recht traurig, weil er die vielen Strassenhunde gesehen hat, die KEIN zu Hause haben - KEINEN Menschen, der sie streichelt und sie einfach KEINEM wichtig sind. Es war aber auch gut für ihn zu sehen, was dort geschieht - das auch diese Tiere dort so gut es geht versorgt werden. Im Tierheim selber, war er seeeeehr glücklich  er hat mit den Hunden dort gespielt - getobt und sehr viel Spass gehabt. ABER er hat sich auch um die scheuen - ängstlichen Hunde gekümmert - komischerweise brauchte er nie lange, bis sie zu ihm gegangen sind - bis er sie streicheln durfte - bei uns waren sie doch weiter skeptisch und ich war sehr stolz auf meinen Sohn !!!


Eve, REni und ich haben versucht so viel es geht im Tierheim zu machen - natürlich blieben die Streicheleinheiten nicht auf der Strecke und wir blieben auch recht oft zu lange in den einzelnden Zwingern ;) Es war wieder schön, obwohl unsere Liste mit den Dingen, die gemacht werden müssen - verbessert und erneuert - doch verdammt lang ist. Viele Dinge scheitern noch an der finanziellen Situation, denn so dolle kommen keine Spenden rein, das für die baumaßlichen Projekte kaum was übrig bleibt. Bei so vielen verletzten Hunden - misshandelten und verstümmelten - geht das Geld zuerst immer in die medizinische Versorgung und die Futterkosten darf man nicht unterschätzen !!


Wir haben mittlerweile einen super lieben Mitarbeiter, der mal entgegen der normalen Mentalität, super lieb mit den Hunden umgeht. Man merkt es den Hunden an, denn er spielt auch mit ihnen und füttert verdammt gut ;) So ist es für uns einfacher, mit dem GEfühl, das unsere Seelchen dort gut betreut werden. Natürlich haben wir zu viele Mamas  - Welpen - alte Hunde - schwarze Hunde - grosse Hunde - behinderte Hunde und ganz viele, die schon so lange darauf warten, endlich auch ein normales Hundeleben führen zu können.


Wir arbeiten an unserer Liste, ein super gutes Tierheim dort entstehen zu lassen - viele Hunde dort weiter kastrieren zu lassen und doch einigen das Leben bei uns zu ermöglichen !! Es istnoch ein langer WEg - wahrscheinlich ein Weg der in meinemLeben noch nicht endet,aber für jedes Stückchen, was wir weiter kommen - müssen wir dankbar sein. DAnkbar das diesen unschuldigen Wesen geholfen wird !!


Eure Britta


Reise Februar 2015

Im Februar bin ich mit Silke Hückel zusammen runtergeflogen. Für Silke war es das erste Mal und an ihrem GEsicht konnte man oft erkennen, das sie von geschockt zu traurig und teils in hilflos wechselte. Da ich selber schon oft unten vor Ort war und dies nun schon so viele male gesehen habe, seh ich vieles schon mit anderen Augen und kann einiges ganz anders verarbeiten. Wir haben in der Zeit eine total unterernährte Hündin gesehen, die wir auf der Strasse gefüttert haben, dabei war zu erkennen, das sie einen komplett deformierten Schädel hat und wohl dadurch ihr rechtes Auge verloren hat. Es war ein schrecklicher Anblick, wie ängstlich und dabei aber auch so hungrig sie war. Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis sie wirklich so nah kam, das Florin sie anfassen konnte und vorsichtig auf den Arm nehme konnte. Erst da wurde uns allen sehr bewusst, in welchem schlechten Zustand sie war und das sie vielleicht noch eine Woche überlebt hätte !! Wir haben sie mitgenommen ins MAP und ihr einen schönen Platz gemacht, sie langsam gefüttert - mit der Hand, weil sie sonst vor lauter Gierigkeit zu schnell gefressen hätte. Der Hammer war einfach wie anhänglich sie trotz alledem war - so glücklich wenn man sie streichelte - wenn man sie beachtete - einfach nur unbeschreiblich, wie ein solches Wesen immer noch vertrauen kann, nachdem so was schreckliches ihr angetan wurde !!


Wir tauften sie Sunny - denn sie ist ein wahrer Sonnenschein - natürlich für viele nicht hübsch - riesen Delle im Kopf - nur noch ein Auge und schwarz wie die Nacht  - aber wer nicht nur mit dem Auge sehen kann, erkennt ihren WErt - ihre Schönheit und kann einiges sehen, was der Mensch kaum noch selber vorweisen kann.


Es war wieder eine Reise mit viel Gefühlen - Erfahrungen und Erkenntnissen. Es muss noch viel getan werden - vieles verbessert oder erst aufgebaut. ABer es ist immer wieder zu sehen undfühlen, das sie es wert sind - es sind wundervolle Geschöpfe dort - wer nicht da war, kann es nicht fühlen - aber ich kann jedem versprechen, das trotz aller Anstrengungen - sich ALLES lohnt was wir tun !!


Im April gehts nochmal los für mich ;)


Liebe Grüße


Britta


Britta´s Reisebericht Oktober 2014

Wie die meisten wissen, war ich wieder in Rumänien und habe unsere Engel Magda und Florin besucht. Super schön war, das auch diesmal wieder einer von dem finnischen Partnerverein da war und es hat mich sehr gerfreut Tanya Honkanen kennengelernt zu haben - ein bezauberndes Mädel mit viel Herz und viel Humor. Nice to meet you my dear and I hope I will see you again. Ich möchte euch in diesem Album die Fortschritte in unserem kleinen Shelter zeigen - was sich verbessert hat und was noch verbessert werden muss - denn wir sind noch lange nicht fertig dort an dem Platz, wo unsere Seelchen erstmal sicher sind.

Es war für mich wieder eine Reise bei der ich viel gelernt - gesehen - gefühlt und verloren habe. Ich lasse jedes Mal ein Stück Herz dort zurück - es tut weh gehen zu müssen - aber es gibt mir jedes Mal so viel zurück - so verdammt viel - das es kaum zu beschreiben ist. In Giurgiu mit dem Auto zu fahren ist immer schmerzvoll - zu sehen wie viele dort am Rand der Strasse liegen - warten oder schon tot sind - tut so weh - es ist immer wieder unverständlich und depremierend. Beim Füttern der Strassentiere möchtest du jedes einzelne mitnehmen - drücken und ihnen ins Fell flüstern, das jetzt alles gut wird, das sie jetzt sicher sind - nie wieder hungern oder frieren müssen, ABER das geht nicht, denn auch wir haben Kapazitäten und diese in der Vergangenheit oft überstrapaziert, was den Nachteil hat, das die Tiere dort nicht mehr so super aufgehoben sind, wie es sein soll. Deshalb müssen wir darauf achten, das es immer nur eine gewisse Anzal hat unser kleiner Himmel auf Erden. Es kann erst wieder was gesichert werden, wenn wir was rausholen können - wenn wir eine Familie gefunden haben, die ihr Leben mit einem unserer Engel teilen möchte !!

Es ist schwer an all diesen Augen vorbeizuschauen, denn man ist zu feige ihnen in die Augen zu sehen - weil man ihnen nicht so helfen kann, wie man möchte !

ABER wenn ich in MAP reinkomme - die Guardians mich begrüssen - die Kleinen ankommen und an einem hochklettern wollen- Costel an allen vorbei geht, meinen Arm in sein riesen Maul nimmt und mich ins Haus führt - JA DANN ist mein Herz gesund - meine Seele so frei und ich so glücklich, als hätte man mir ein riesen Geschenk gemacht, was ich mir schon immer gewünscht habe Es ist unvorstellbar schön dort - alle Tiere sind so wunderbar - ich kann es nicht beschreiben, alleine der Gedanke lässt mich hier grinsen wie ein Honigkuchenpferd !! MAP ist ein wundervoller Platz - der noch viel Hilfe und Arbeit bedarf - aber es ist der Anfang in ein neues Leben für diese Seelen dort !!


Britta war bei Magda in Rumänien

Vom 18.11-22.11.2013

Hier nun mein Reisebericht und die Eindrücke aus Rumänien!! Ich bin recht spät gelandet und Magda hat mich abgeholt. Wir mussten von Bukarest aus quer durch die Stadt - denn wir mussten ja nach Giurgiu, ca. 100 km, d.h. eine Autofahrt von ca. 1,5 - 2 Std.!!

 

Es war schon dunkel und die Strassen waren voll - was manche Hunde nicht davon abgehalten hat - mitten auf die Kreuzungen zu laufen und mir somit das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Gleich bei Ankunft mit anzusehen das ein Hund vor meinen Augen überfahren wird, war nicht das, was ich wollte.

Magda hat gehupt und ist langsamer gefahren und er ist auch zur Strasse zurück, aber ich vergesse nicht die anderen vielen Hunde dort an den Strassen, stehend, wartend, dass doch noch was zum Futtern rausgeworfen wird. Schönheiten, alte, große, kleine und auch Welpen,  alles was die Hundewelt hergibt.

Man muss das sehen und kann nichts tun - dies war meine Ankunft!!

Bei Magda zu Hause haben mich Katzen und Hunde begrüsst. Balsam für die Seele.Sie sind so wundervoll, so einzigartig, jeder auf seine Weise!!

Dienstag sind wir ins MAP gefahren zu den Seelchen von Magda und es ist so schön zu sehen, wie gut es ihnen dort geht. Natürlich macht es einen trotzdem traurig, weil keiner eine eigenen Familie hat, keiner die Aufmerksamkeit und Zeit bekommt, die jeder Hund oder jede Katze bekommen sollte, aber sie sind so dankbar für alles was man ihnen gibt. Egal ob viel oder wenig.

Nach der Zeit in MAP sind wir auf dem Rückweg noch verschiedene Stellen abgefahren wo Strassenhunde gefüttert werden. Scheu sind sie und hungrig - man möchte alle einpacken und mitnehmen und es ist so unverständlich dass sie dort so leben müssen. Ohne einen Menschen - ohne Liebe - ohne einen warmen Platz - ohne Sicherheit - so unvorstellbar!!

Der nächste Tag, also Mittwoch, war der Tag an dem wir in den Public Shelter gefahren sind,  dem öffentlichen Tierheim!!

Vor dem Tierheim hatte ich schon ein ziemlich flaues Gefühl in meiner Magengegend, denn alleine das Gebelle war schon gruselig und es waren so viele zu hören - unvorstellbar viele!! Beim Reingehen mussten Handys abgegeben werden, damit keine Fotos gemacht werden konnten. Unser Transporteur Ralf musste das nicht, weil er gleich von einem Herrn in Empfang genommen wurde, der ihn irgendwie gut leiden konnte. Der Weg zu den Zwingern war nicht lang, wir haben mit dem neuen Teil angefangen. Ich weiss nicht, wieviele Zwinger es waren. Zwingeranlagen mit ungefähr 8-10 Zwingern gleich nebeneinander und das in ich weiss nicht wievielen Reihen genau - 3 bis 5 Gänge lang.

Wie gross keine Ahnung aber für die Anzahl der Hunde IN den Zwingern auf jeden Fall zu klein.

Nur Beton, keine Hütten, keine Decken, kein Versteck, NICHTS!!!

Durch die Gänge zu gehen ist grausam - unmenschlich und einfach die Hölle. Hunde die bellen - Hunde die nur noch gucken und ganz schlimm, Hunde die nichts mehr tun außer mit dem Kopf nach unten in der Ecke sitzen, irgendwie schon mit allem abgeschlossen haben und nur noch darauf warten, das der Tod sie endlich holt.

 

Dies alles zu sehen, ist etwas, was man nie wieder vergisst und diese Bilder werden einen ein Leben lang begleiten.

 

Ich konnte mich soweit zusammenreissen, bis ich an Zwinger 83 vorbei kam - dieser Blick dieses Hundes und die Art wie er geguckt hat und die Tatsache daß er nicht gebellt hat - hat mich dazu gebracht, stehen zu bleiben und er kam sofort an. Er sprang hoch und ich konnte ihn durch die Stangen streicheln, seinen Kopf in die Hände nehmen. Er hat nur leise geweint - ganz leise - ich habe geheult und ihn nur gestreichelt und auf seine Nase geküsst und ihm versprochen, dass ich ihm helfe. Er hat mich nur angeschaut und leise geweint - seine Seele hat meine Seele erreicht und ich wusste, ich kann nicht viel tun. Aber diesen einen Hund - DIESEN EINEN - ja, den muss ich rausholen aus der Hölle!!!

 

Ihr könnt mir glauben, es ist ein Gefühl, das einen zerreisst - es tut weh und hört auch nicht mehr auf!! Ich habe den Leuten gesagt, das ich diesen Hund adoptieren möchte. Genau diesen - nicht kleinen Hund - gestromt und für viele Menschen nicht beachtenswert - aber genau diesen Hund möchte ich haben - sofort!!!! Tja, aber da er nicht kastriert war, kann ich ihn nicht haben. Erst nach der Kastration - wann das sein wird - keine Ahnung. Ich habe ihnen gesagt, dass ich ihn sofort nach Bukarest in die Klinik bringen werde zum Kastrieren - sofort. Aber NEIN, ich kann ihn nicht haben - ich habe ihnen angeboten einen TA in den Shelter zu schicken, dass er dort sofort kastriert wird und ich die Kosten übernehme. NEIN, ich kann diesen Hund nicht haben. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es mein Herz zerrissen hat - ich bin immer wieder an den Zwinger, hab mich entschuldigt, dass ich ihn nicht mitnehmen kann, ihn immer wieder auf die Nase geküsst und er hat mich immer wieder nur so lieb angeschaut und geweint . Ich habe ihn reserviert und hoffe nun, dass er schnell kastriert wird und ich ihn auch bekommen kann, denn ich träume jede Nacht von diesem Kerl und ich denke richtig zur Ruhe komme ich erst, wenn Magda mich anruft und sagt ER IST BEI MIR. Ja, dann werde ich ruhig sein können - wenn er sicher ist - in liebevolle Hände kommt - jeden Tag satt werden kann und nicht mehr frieren muss. Ja, dann kann ich planen ihn zu holen - zu uns nach Deutschland - auf eine liebevolle Pflegestelle in meiner Nähe wo ich hinfahren kann um ihn wieder auf seine Nase zu küssen und dies tun zu können ohne dass er dabei weint. Das hoffe ich, das ist mein einziger Wunsch im Moment - mein Einziger!!!

Bei all dem kommt man sich vor, wie ein Verräter - weil so viele einen anschauen - dich fragen "warum dieser Hund und nicht ICH"? Das alles muss man auch noch ertragen und verarbeiten, denn auch diese Augen wirst du nie wieder vergessen und sich zu entscheiden, wen versuchst du rauszuholen bei so vielen, denen es schlecht geht. Ich kann euch nur sagen, es ist nicht die Hölle - es ist schlimmer!! Da die Menschen, die dort arbeiten, leider nicht so drauf sind wie unsereins und es ihnen egal ist ob die Tiere versorgt sind oder nicht, ist es schwierig mit ihnen was auszumachen. Unter Druck setzen ist nicht - womit?? Also muss man schauen, sich mit ihnen gut zu halten - nett sein damit wir weitere Hunde rausholen können - retten können - sichern können und dafür sorgen können, das diese armen Geschöpfe auch noch erleben dürfen, wie es ist, geliebt zu werden und lieben zu dürfen!

Es gibt dort so viele Schätze - so verdammt viele - welchen Reichtum die Menschen in Rumänien haben - haben sie nicht begriffen und das ist so schade und macht mich wahnsinnig!!!

Ich konnte an dem Tag in dieser Hölle leider nur den einen Part des Shelters sehen - ich war nicht mehr in der Lage auch die andere Seite noch anzuschauen - noch mehr Hundeaugen - noch mehr Hoffnungslosigkeit - noch mehr sehen zu müssen was ich nicht ändern kann - nein das war nicht möglich!!

Der Tag war gelaufen - diese Eindrücke- soviel Hoffnungslosigkeit - das ist einfach unmenschlich! Ich habe vergessen dort zu essen - habe kaum geschlafen - versucht mechanisch zu funktionieren und das Einzige was mir helfen konnte, waren die Tiere, Katzen und Hunde bei Magda zu Hause. Ich habe versucht die Kraft dort wieder zu holen für den nächsten Tag. Ich habe meine Rumänen zu Hause so vermisst - war so glücklich, dass sie zu Hause sicher waren - ich war für jeden Hund glücklich, den wir schon holen konnten und der eine eigene Familie bekommen hat. Man versucht aus diesen Dingen die Kraft zu holen weiter zu machen und es geht - sonst geht man kaputt! An diesem Abend haben Magda und Florin mir eine Überraschung mitgebracht - sie hat gehört wie es mir ging und dass ich eigentlich kurz vorm Durchdrehen stand - sie brachte mir mein "Sugar Baby" mit. Meinen kleinen Welpen, dem man ein Beinchen amputieren musste, weil der Mensch wieder zugeschlagen hatte. Die kleine Zuckermaus hat mit gleich angeknurrt und alles was sich ihr nähern wollte. Ich hab nur vor der Transportbox gesessen und ihr erzählt, dass ein wundervolles Leben auf sie wartet - dass sie zwar ein Beinchen verloren hat - aber die Briefmarke schon auf dem Hintern hat und dass sie eine "Deutsche" werden wird. Sie hat mir zugehört - ihre grossen Augen voller Angst und auch Neugierde haben mich immer angeschaut. Ich konnte ich ins Herz gucken - ein junger Hund der geboren wurde, um zu sterben und das mit einem langen Leid. Wir haben das Schicksal in die Hand genommen - dieser Hund wird es gut haben - so gut wie es nur geht - dafür werden wir sorgen!!

 

Donnerstag morgen sollte unser Transporter starten und wir sind alle zu Magdas Tierheim MAP - Magdas Angel Place. Dort wurden unsere Seelen in die Boxen verteilt und so konnten sie in den Weg in eine bessere Zukunft gehen. Ich bin noch weiter dort geblieben - den ganzen Tag lang - so viele Stunden die mir ein wenig Gleichgewicht wieder gegeben haben -so viele Stunden mit diesen Geschöpfen verbringen zu dürfen, war unbeschreiblich schön.

Ich bin in jedes einzelne Gehege und habe mit den Hunden gespielt, geschmust und bei den scheuen nur gesessen und mit ihnen geredet, damit sie sehen, dass ich eine von den guten Zweibeinern bin, dass nicht alle Menschen schlecht sind. Viele dieser Seelen waren so dankbar - so verschmust und einige haben mich regelrecht festgehalten!! Es sind nicht nur die Welpen, die einen verzaubern - NEIN - auch die Älteren - sogar die ganz Alten haben so viel zu sagen. Man muss zuhören und ihnen in die Augen schauen - ich schwöre euch ihr könnt dort alles drin lesen - alles. Die Liebe die ein solches Tier zu geben hat, spürt man, sieht man und nimmt man mit! Im öffentlichen Tierheim ist mein Herz zerbrochen, bei Magda im Tierheim wurde ein Teil wieder geheilt - nur durch diese wundervollen Seelen die es dort gibt.

 

Ich habe jede Menge Bilder gemacht und werde euch jeden Hund vorstellen - denn ich möchte dass jeder von diesen Diamanten eine Chance bekommt, ein Leben leben zu dürfen, was sie verdient haben und ihnen bisher verwehrt wurde!! Ich bin mit ihnen auf dem Boden rumgekrochen - habe im Auslauf mit ihnen fangen gespielt und mit vielen nur da gesessen und sie gestreichelt. Sie genießen es so sehr und ich würde da jetzt noch sitzen und dies tun ohne dass sich eine von diesen Seelen wegbewegen würde. Sie saugen es regelrecht auf - jede zärtliche Aufmerksamkeit. Aber das Beste daran ist, ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviel sie zurückgeben von all dem - wieviel Gefühl man von ihnen bekommt und aufnehmen kann und nie wieder verlieren wird - unendlich viel - mehr als wir jemals geben können!!

 

Zum Abend hab ich gestunken wie ein Strassenhund, sah aus wie ein Strassenhund und habe mich gefühlt wie ein Strassenhund - aber ich war glücklich. Viele Stunden lang war ich einfach NUR glücklich!!!

Florin hat mich dann abgeholt als es dunkel war und man nichts mehr sehen konnte und wir sind nach Hause gefahren mit Unterbrechung um noch andere Hunde zu füttern. In einem Gebiet wo es NICHTS gibt - sie leben dort ohne wirklichen Schutz. Als Florin gehupt und gerufen hat, kamen aus allen Richtungen Hunde gelaufen - grosse - kleine - alte und junge - alle hatten Hunger und haben gefressen.

Ein See ist dort auch und als ich gefragt habe, wo sie sich denn im Winter aufhalten, sagte Florin mir, dass im Winter sehr wenig Wasser da ist und sich dann in den Hängen kleine Ausbuchtungen gebuddelt werden, wo sie sich reinkauern. Viele überleben den Winter auch nicht! Es hat mich wieder so traurig gemacht - denn jeder von diesen Seelen war so einzigartig und hatte noch nie eine streichelnde Hand - ein zu Hause - einen Menschen - irgendwas was wir für normal empfinden - nichts. Sie leben dieses Leben - bis man es ihnen nimmt!

 

Auch an diesem Abend was ich wieder traurig und habe nicht wirklich schlafen können, denn am anderen Tag ging es zurück nach Deutschland. Auf der einen Seite war ich so froh, bald meine Lieben alle in den Arm nehmen zu können, wieder Normalität um mich rum haben zu können. ABER auf der anderen Seite war ich so unendlich traurig, denn ich konnte den Seelen dort unten keine Zeit mehr geben - ich kann sie so schnell nicht mehr streicheln und lieb haben - ich kann ihnen nicht in die Augen schauen und ihnen sagen - dass ich alles geben werde, um ihnen das zu geben, was sie verdienen!! So zerrissen war ich - so leer und doch so voll mit Dingen die ich noch tun will - nicht Fisch - nicht Fleisch - so schwer zu erklären.

 

In Magdas Haus habe ich in der letzten Nacht noch meine kleine Maus mit ins Bett geschmuggelt und sie durfte bei mir schlafen. Ich wollte nicht schlafen um nicht damit aufhören zu müssen, sie zu streicheln. Ich habe sie in den Tagen so verwöhnt, dass Florin mich umbringen wird, wenn ich wieder dort bin - aber egal - sie war meine Medizin und ich ihre!!

 

Der Weg zum Flughafen am Freitag war nochmal die Hölle - so viele abgemagerte Hunde an den Strassen - so viele Seelen die nicht erwünscht waren - nirgends zu Hause - einfach unvorstellbar grausam. Als ich dann zu Hause angekommen war - meine Familie begrüßt habe - habe ich erstmal meine Hunde geknuddelt. Meine Mia war wieder so sensibel - sie spürt immer wenn es mir nicht gut geht - sie ist so zärtlich und ich habe immer das Gefühl - sie weiss genau, was ich fühle und gibt mir zu verstehen, dass sie alles weiss -alles sehen kann - spüren kann. Einfach unbeschreiblich, was eine rumänische Seele für einen tun kann. Ich musste dann erstmal mit meinen Hunden eine grosse Runde spazieren gehen - es genießen kein Elend zu sehen, wenn man ein paar Schritte geht - nur laufen und die Seelen bei einem zu haben, die immer zuhören - auch wenn man gar nicht spricht!!

 

Was soll ich euch sagen - ich brauchte zwei Tage für diesen Bericht, weil ich immer wieder aufhören muss - so durchlebt man alles nochmal und ich versuche noch zu verdrängen. Meine Freunde dürfen mich nicht fragen wie es war und ich will nicht darüber reden.

 

Ich werde wieder runterfliegen - JA - ich werde aber nicht mehr in das öffentliche Tierheim gehen -NEIN!!

 

Ich bete, dass ich meinen Hund dort rausbekommen kann um ein wenig von dem zurück zu bekommen, was ich dort verloren habe. Ich werde alles tun, um weiter zu helfen - auch im öffentlichen Tierheim - denn sie brauchen uns - alle brauchen uns - ganz dringend!!

 

LG Britta